Offseason. Zeit für Clubs, Coaches und Spieler über die kommende Saison nachzudenken. Bleibe ich wo ich bin, möchte ich wechseln, wenn ja wohin?
Gespräche werden geführt, Spieler wechseln jeden Winter den Verein und ihr Trikot. Dieser alljährliche Vorgang gehört zu jeder Sportart dazu.
Mannschaften versuchen sich bestmöglich zu verstärken um in der neuen Spielzeit die bestmögliche Ausgangslage zu haben, um ihre gesteckten Ziele zu erreichen.
Nicht selten kommt bei einem Vereinswechsel Unmut auf. Unmut bei dem Verein, der den Spieler abgibt.
Nicht unbekannt sollte sein, dass ich nicht nur ein großer Freund von Baseballinternaten bin, sondern auch Befürworter dafür, dass es weitere Sportinternate, die unter anderem Baseballtalente betreuen, in Deutschland geben sollte. Während Holland die Leistungssportförderung mit derzeit sechs Baseballacademies in Europa anführt, gibt es bei uns nach wie vor nur eines. Und das steht bekanntlich in Regensburg. Mit Rodney Gessmann (ehemals Minnesota Twins), Ludwig Glaser (ehemals Los Angeles Angels), Donald Lutz (Cincinnati Reds) und dem erst vor kurzem unter Vertrag genommenen Max Kepler-Rosicky (Minnesota Twins) haben vier deutsche den Sprung über das Baseballinternat in Regensburg in den professionellen US Baseball geschafft. Nicht zu vergessen Jakub Sladek (ehemals Philadelphia Phillies) und Mike Bolsenbroek (Philadelphia Phillies), ebenfalls Sportler der Einrichtung.
Jetzt lässt sich natürlich argumentieren, diese Talente hätten den Sprung so oder so geschafft, mit Internat oder ohne. Möglich. Eines steht aber fest, die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen, die ein Baseballinternat bietet, sind nicht vergleichbar mit denen eines „normalen“ Vereinstrainings.
Nun zu der Frage in der Überschrift „wem gehört das Talent?“: Wenn gestandene Bundesligaspieler den Verein wechseln, ist der Unmut meist nicht so groß, wie wenn ein 15, 16 oder 17 jähriger prospect den Schritt macht und in ein anderes Umfeld wechselt. Wenn junge Talente den Verein wechseln, gibt es schnell einen lauten Aufschrei aus dem Heimatverein des Spielers. Da fallen dann Sätze wie „ihr nehmt uns unseren besten Spieler weg“ oder „wir haben den Jungen zum Baseball gebracht und bisher ausgebildet“ und so weiter und so fort. Es gab sogar mal eine Zeit, in der sich Trainer aus kleinen Vereinen dagegen entschieden, ihre besten Talente zu Auswahlmannschaften zu schicken, da die Befürchtung bestand der oder die jungen Spieler würden sehen was wo wie anders funktioniert und es könnten Begehrlichkeiten bei dem Talent entstehen, die einen zukünftigen Wechsel vorsehen.
Nun, wer so handelt bzw. solche Gedanken mit sich herum trägt hat einiges nicht verstanden und hat VORALLEM nicht das Beste für „seinen“ Spieler im Sinn.
Und wem „gehört“ nun das Talent? Dem Jugendtrainer, der dem Jugendlichen das Baseball spielen beigebracht hat? Dem Verein und damit dem Vorstand des Vereines, bei dem der Spieler einen Mitgliedsantrag unterschrieben hat? Also wem denn nun?
Vielleicht dem Spieler selbst? Das könnte eine Antwort auf meine Frage sein. Und ich denke nicht nur „könnte“, sondern das ist die Antwort. Und um Robert Eenhorn zu zitieren: “The talent of a kid is not yours, it`s the kid`s.”
Dieses Zitat stammt aus einer Unterhaltung mit ihm, als er mir erzählte, dass es auch im holländischen Baseball Personen gibt, die die Entwicklung junger talentierter Spieler insofern blockieren, als das vom nächsten Schritt für den Jugendlichen abgeraten wird. Abgeraten ist wohl noch harmlos ausgedrückt.
Übrigens, in Holland werden Nationaltrainer dazu angehalten, prospects in die verschiedenen Academies zu schicken. So ist etwa die gesamte holländische Juniorennationalmannschaft auf die sechs Academies aufgeteilt.
Um noch kurz auf die Beschwerde einzugehen, die in Baseball Deutschland eben gerne in diesem Zusammenhang fallen gelassen wird: „Der nimmt mir meinen besten Spieler weg!“
Warum habe ich diesen Satz nie gehört, wenn ein deutscher Spieler einen pro contract unterzeichnet? Die Minnesota Twins haben den Buchbinder Legionären das wohl derzeit beste europäische Talent „weggenommen“. Wieso höre ich hier keine Beschwerden? Weil es eine großartige Sache für den Spieler und den gesamten deutschen (damit natürlich auch europäischen) Baseball ist! Ich kenne niemanden, der sich nach dem „Kepler signing“ nicht für Max gefreut hat.
Montag, 21. September 2009
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scheisse jeder klaut die spieler in füssen weg- Frechheit ich hasse euch!!
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