
Schon einige Tage her seit dem letzten blogeintrag. Ein wie jedes Jahr trister November eben, es ist nicht viel los.
Aber das ein oder andere Thema beschäftigt mich dann doch.
Letztes Wochenende fand die alljährliche Bundesligavollversammlung statt. Es wurde über den sogenannten „Ligareformsantrag“ abgestimmt, der vorsieht die 1. Bundesliga ab der Saison 2011 auf 2x 6 Teams zu verkleinern und eine eingleisige Liga ab dem Jahr 2013 einzuführen. Der Antrag wurde angenommen und muss nun noch durch ein Gremium des Verbandes ehe es dann tatsächlich zur Ligaverkleinerung kommt.
Was spricht für eine Ligaverkleinerung? Das Niveau der Bundesligaspiele wird erhöht, da die bisherigen „Kellerkinder“ (Plätze 7 und 8 im Norden und Süden) aus der Liga verschwinden. Damit steigt zwangsläufig auch die Wettbewerbsfähigkeit der Nationalmannschaft, wenn sich die Bundesliga stärker darstellt.
Ein weiteres Argument für den Antrag sind wohl die bessere Vermarktungsmöglichkeit der Baseball Bundesliga. Das Argument zieht bei mir nicht, da der Baseballsport hier in Deutschland auch in Zukunft nicht über den Status des Exoten hinauskommen wird. Eine deutlich zu geringe Mitgliederzahl, zu wenig Medienpräsenz und Zuschauerzahlen bei Bundesligaspielen bei denen Bezirksligafussballer nur mit dem Kopf schütteln können, bieten nicht genug Attraktivität für einen potenten Geldgeber, der sich möglicherweise die Namensrechte an der 1. Bundesliga sichern möchte.
Was spricht gegen die Reform?
Eine Verkleinerung der Liga wird die Kluft zwischen Liga 1 und 2 nochmals vergrößern. Zweitligisten haben schon jetzt massive Probleme, den Weg in Liga 1 zu finden. Die erste Liga wird durch Verkleinerung und der nochmals erschwerten Möglichkeit aufzusteigen (es wird nach der Reform keinen Direktaufsteiger mehr geben, sondern der Aufstiegsberechtigte aus Liga 2 spielt eine Relegationsserie gegen den 6. aus dem Oberhaus), endgültig zu einer „geschlossenen Gesellschaft“. Nun mag der ein oder andere argumentieren, dies funktioniere in den USA doch auch (siehe MLB, NBA, NHL, NFL) und mehr schlecht als Recht doch auch in der DEL und der deutschen Basketballliga. (Bitte um Korrektur wenn es in der Basketballliga Auf- und Absteiger gibt)
In den USA bzw. den anderen Sportarten handelt es sich aber nicht wie im deutschen Baseball um eine Sportart, die nach wie vor immens geringe Mitgliederzahlen vorweist. Keine 10000 Aktiven im deutschen Baseball, sprechen (nicht) für sich.
Worauf will ich hinaus? Wenn den niederklassigen Baseballclubs die, wenn oftmals auch nur theoretische, Perspektive auf den Spielbetrieb in der ersten Liga genommen wird, ist dies hilfreich für den deutschen Baseballsport? Fest steht, dass sich talentierte Spieler mit Ambitionen immer dorthin bewegen werden, wo sich ihnen das bestmögliche Umfeld und das bestmögliche Niveau bietet. Wenn ein Nachwuchsnationalspieler in seinem Heimatverein aber nun keinerlei Möglichkeit bzw. mittelfristige Perspektive auf die 1. Liga hat, wird er ja schon fast dazu gezwungen, zu einem Erstligaclub zu wechseln. Die 2. und Regionalligisten werden also mehr und mehr zu „Ausbildungsvereinen“ in dem Wissen, dass ihre Jugendarbeit dem eigenen Verein nur begrenzt nutzen wird. Inwieweit sich die Vereine dann noch motivieren können, gute Nachwuchsförderung zu betreiben, ist fraglich. Und Nachwuchsförderung ist gleichbedeutend mit Mitgliederzuwachs. Projekte wie Schulsportveranstaltungen, Baseball Roadshows usw. zielen darauf ab, Kinder und Jugendliche zum Baseballsport zu bringen um sie dort für die jeweiligen Herrenteams auszubilden. Und welcher Abteilungsleiter, Vereinsvorstand oder Nachwuchstrainer träumt nicht davon, wenn er Baseball an einer Schule präsentiert, dass der 12 jährige Neuling in 10 Jahren Leistungsträger in seiner ersten Herrenmannschaft ist?
Fazit: Ich habe Bedenken, dass bei dieser Reform die „kleinen“ Vereine immer kleiner werden und im schlimmsten Falle verschwinden, während die wenigen „großen“ Clubs immer mächtiger werden, mit Spielerkadern um die 40 Spieler für die Teams in Bundesliga 1 und 2. Wenn dann allerdings die Basis aufgrund mangelnder Perspektive „wegstirbt“, dann stirbt letztendlich der gesamte Baseballsport.
Es handelt sich hier lediglich um ein Gedankenspiel meinerseits, ich kann auch völlig daneben liegen und alles geht so weiter wie bisher. Jeder Verein versucht für sich möglichst viele Kinder zu bekommen und eine möglichst gute Nachwuchsarbeit zu betreiben.
Ich kann mich allerdings noch an meine Tage als Nachwuchsvereinstrainer erinnern und damals habe ich mir die Frage gestellt ob es Sinn macht Spieler für den großen Nachbarverein auszubilden. Die Antwort lautete „Nein“ und die zweite Antwort darauf war „man muss halt zusehen, dass hier auch 1. Liga gespielt wird“. Die zweite Antwort kann man sich im Falle der Reform dann sparen, denn es wird ja so gut wie unmöglich gemacht.
2. Fazit: Als Bundesligatrainer und Leistungssportfan befürworte ich so eine Reform grundsätzlich. Aber nicht zur jetzigen Zeit, der Baseball in Deutschland ist noch (lange) nicht so weit.
Zwei, drei kurze Fragen zum Softball: Warum tummeln sich so viele Männer im deutschen Softballsport? Baseball = Männersportart, Softball = Frauensportart. Stört das die Mädels eigentlich, wenn sie von einem Mann gecoacht werden? Also mich würde es als Mann schon stören, wenn mir eine Frau Baseball beibringen möchte. Denn dafür gibt es ja Softball.
Komisch. Da muss ich mal das ein oder andere Softballmädel fragen, wie sie eigentlich dazu stehen, dass die Männer sich in ihrer Sportart „breit machen“.
Zu guter Letzt, zum wirklich Wichtigen im Leben. Fussball, genauer gesagt dem
1. FC Nürnberg. Den gestrigen 3-2 Auswärtserfolg beim VFL Wolfsburg werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Ein Wahnsinnsspiel! Kampfbetont, spannend bis zum Schlusspfiff, emotionsgeladen – das schätze ich so sehr am Fussball. Was ich allerdings nicht am Fussball schätze, sind die deutschen Schiedsrichter. Leute, macht was um diese ständigen Fehlentscheidungen zu minimieren. Das Handspiel von Henry beim playoff Spiel Frankreich – Irland muss irgendjemand gesehen haben.
Und da ging es um nichts weniger als die WM Teilnahme. Oder war da etwa ein asiatischer Wettpate am Start?



